Bekannt für: Regie—86 Jahre (geb. 19. Apr. 1935)·✝ 18. Sept. 2021
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Camus begann ein Jurastudium, brach dieses jedoch bald ab, um 1956 am IIEC (heute EOC) zu studieren. Dort erwarb er 1963 mit dem Lehrfilm „El borracho“ (1962) sein Regiediplom und wurde schließlich Professor. Anfang der 1960er-Jahre arbeitete er mit Carlos Saura an mehreren Drehbüchern („Die Delinquenten“ (1960), „Llanto por un bandido“ (1964)) und führte auch bei einigen Kurzfilmen Regie. Seine ersten Spielfilme waren „Los farsantes“ (1963) und „Young Sánchez“ (1964), ein Film über Boxen – eine seiner Leidenschaften –, der 1964 beim Filmfestival von Buenos Aires als bester Film ausgezeichnet wurde. Damit begann eine dreißigjährige Filmografie voller großartiger Werke, von romantischen Komödien und Musicals bis hin zu brillanten Adaptionen berühmter Romane, wie etwa der renommierten Fernsehserie „Fortunata y Jacinta“ (1980) oder dem Film „La colmena“ (1982), der bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin den Goldenen Bären gewann. 1983 wurde ihm die „Medalla de Oro de las Bellas Artes“ (Goldmedaille der Schönen Künste) verliehen, und ein Jahr später schuf er sein sowohl beim Publikum als auch bei den Kritikern erfolgreichstes Werk: „Die Unschuldigen“ (1984), eine Adaption des Romans von Miguel Delibes. Dieser Film brachte Francisco Rabal und Alfredo Landa (gemeinsam) den Preis für den besten Schauspieler bei den Filmfestspielen von Cannes ein. Der Film gewann 1985 den „Premio Nacional de Cinematografía“ (Nationaler Filmpreis) und 1986 den Orden „Chevalier de l'Ordre des Arts des Lettres“. Camus’ Filmografie vereint Gemeinschaftsarbeiten mit einem persönlicheren Stil. Hier erzählt er Geschichten, die ihm am Herzen liegen und ihm erlauben, weniger ausgetretene Pfade zu beschreiten. Beispiele hierfür sind „Con el viento solano“ (1966), „Los pájaros de Baden-Baden“ (1975) und „Los días del pasado“ (1977). In den 1990er-Jahren arbeitete er weiterhin mit namhaften Schauspielern zusammen und erzählte dramatische Geschichten über komplexe Charaktere, die ein rebellisches oder gebrochenes Leben führten, oder erkundete Genres wie den Film noir. Beispiele für diese Phase sind La rusa (1987), Después del sueño (1992), Sombras en una batalla (1993) und Adosados (1996), ein Film, der mit dem International Critic Award ausgezeichnet wurde. Er war von 1961 bis 2016, dem Datum ihres Todes, mit Concha Bergareche verheiratet. Sie hatten 7 Kinder.
