Bekannt für: Schauspiel—60 Jahre (geb. 24. Juni 1934)·✝ 22. Sept. 1994
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Maria Carta (24. Juni 1934 – 22. September 1994) war eine sardische Volksmusiksängerin und -liedermacherin. Sie wirkte auch in Film und Theater mit. 1975 veröffentlichte sie den Gedichtband „Canto rituale“ (Rituallied). Während ihrer 25-jährigen Karriere widmete sie sich der vielfältigen traditionellen Musik ihrer Heimat Sardinien (Kinderlieder wie Cantu a chiterra, Ninne nanne, Gosos, Gregorianische Gesänge u. v. m.) und verlieh ihr oft eine moderne und persönliche Note. Sie trug maßgeblich dazu bei, die sardische Volksmusik einem breiteren Publikum bekannt zu machen, unter anderem durch Aktionen auf nationaler Ebene in Italien (wie die Canzonissima 1974) und international (insbesondere in Frankreich und den USA). Maria Carta gewann 1957 den Schönheitswettbewerb „Miss Sardinien“ und nahm später an der Wahl zur „Miss Italien“ teil. Um 1960 zog sie nach Rom, wo sie den Drehbuchautor Salvatore Laurani kennenlernte, den sie später heiratete. Sie besuchte das Centro Nazionale di Studi di Musica Popolare unter der Leitung von Diego Carpitella an der Nationalen Akademie Santa Cecilia und verfolgte parallel dazu musikalische und ethnografische Forschungsprojekte mit bedeutenden Produktionen und Kooperationen. 1971 veröffentlichte sie die beiden Alben „Sardegna canta“ und „Paradiso in re“ und studierte parallel beim Ethnomusikologen Gavino Gabriel. Im selben Jahr strahlte die RAI die Fernsehdokumentation „Incontro con Maria Carta“ (Fotografie: Franco Pinna, Texte: Velia Magno) aus, in der sie gemeinsam mit Riccardo Cucciolla sang und rezitierte. 1972 spielte sie im Teatro Argentina in Rom in Franco Enriquez’ „Medea“. Im selben Jahr lernte sie Amália Rodrigues kennen, mit der sie ein Konzert im Teatro Sistina gab. 1973 unternahmen die beiden Künstler eine Tournee durch Sardinien. 1974 nahm sie an der Canzonissima teil und interpretierte das traditionelle sardische Ave Maria Deus ti salvet Maria. Sie erreichte das Finale und belegte mit dem Lied Amore disisperadu den zweiten Platz in der Kategorie Volksmusik. 1975 gab sie ein bedeutendes Konzert im Bolschoi-Theater in Moskau. 1976 war sie als Gemeinderätin der Kommunistischen Partei Italiens im Stadtrat von Rom tätig und blieb bis 1981 im Amt. 1980 nahm sie am Festival d’Avignon teil; 1987 trat sie in der St. Patrick’s Cathedral in New York City auf; und 1988 in der St. Mary’s Cathedral in San Francisco. Sie erregte die Aufmerksamkeit von Regisseuren wie Francis Ford Coppola – der ihr die erste ihrer beiden bekanntesten Filmrollen als Mutter von Vito Corleone in „Der Pate II“ (1974) gab – und Franco Zeffirelli, der sie als Martha, die Schwester von Lazarus, in „Jesus von Nazareth“ (1977) besetzte. 1985 wurde sie als Liedermacherin mit dem Targo Tenco für dialektale/regionale Musik ausgezeichnet. In ihren letzten Lebensjahren engagierte sich Carta an der Universität Bologna, wo sie Vorlesungen hielt und studentische Abschlussarbeiten betreute, zu denen sie auf ihre persönlichen und menschlichen Erfahrungen sowie ihren wissenschaftlichen Hintergrund zurückgreifen konnte. 1991 ernannte der italienische Präsident Francesco Cossiga sie zum „Commendatore della Repubblica“ („Ritter der Republik“), vergleichbar mit dem britischen CBE.




