Roger Blin
Bekannt für: Schauspiel · 76 Jahre (geb. 22. März 1907) · ✝ 20. Jan. 1984
Roger Blin (Neuilly-sur-Seine, Frankreich, 22. März 1907 – Évecquemont, Frankreich, 21. Januar 1984) war ein französischer Schauspieler und Regisseur. Er inszenierte die Uraufführungen von Samuel Becketts „Warten auf Godot“ (1953) und „Endspiel“ (1957). Blin war der Sohn eines Arztes; entgegen den Wünschen seines Vaters verfolgte er jedoch eine Theaterkarriere. Als Teenager war er von den Surrealisten und deren Auffassung revolutionärer Kunst fasziniert. Er gehörte zunächst den linken Theaterkollektiven „Company of Five“ und „Groupe October“ an. 1935 assistierte Blin Antonin Artaud bei dessen Inszenierung von „Les Cenci“ (Die Cenci) im Folies-Wagrams-Theater. Nach seiner Arbeit mit Artaud konzentrierte sich Blin auf das politische Straßentheater. Während des Krieges fungierte Blin als Verbindungsmann zwischen der Résistance und der französischen Armee. Seine umfangreiche Karriere als Regisseur und Schauspieler in Film und Theater ist maßgeblich durch seine Arbeit und seine Beziehung zu Artaud, Samuel Beckett und Jean Genet geprägt. Er war nicht nur ein enger Freund und Vertrauter Artauds während dessen neunjähriger Internierung, sondern inszenierte auch die Uraufführungen von Becketts „Warten auf Godot“, „Glückliche Tage“ und „Endspiel“ sowie die Uraufführungen von Genets „Die Schwarzen“ und des kontroversen Stücks „Die Paravents“. Genets wichtigster Briefwechsel mit Blin wurde von Editions Gallimard veröffentlicht. Die 1986 bei Faber & Faber erschienene Gesamtausgabe „Samuel Beckett: Sämtliche dramatische Werke“ enthält lediglich drei Widmungen Becketts: „Endspiel“ ist Blin gewidmet, „Kommen und Gehen“ John Calder und „Katastrophe“ Václav Havel.






